Neues aus den dialektologischen Untiefen

Seit gut einem dreiviertel Jahr ist das Projekt “Wenker: Schweizerdeutsch 1930 / 2020“ nun in seinem neuen Gewand online. Seit dem letzten Blog im August 2019 ist viel geschehen und es ist Zeit für ein kurzes Update: In diesem Blog werden wir uns auf die Transkription der Bögen konzentrieren. Wir möchten aber bald auch über die Fortschritte bei den Übersetzungen berichten.

Mit bis anhin 114 registrierten und insgesamt 380 aktiven Usern ist es uns gelungen, 207 vollständig transkribierte Bögen zu erhalten. Total wurden 11096 Sätze transkribiert. Die Citizen Science Community hat ganze Arbeit geleistet!
An dieser Stelle ein grosses und herzliches Dankeschön an alle fleissigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zwei davon sieht man links, aufgenommen an unserem Stand auf der Scientifica, den Zürcher Wissenschaftstagen 2019.

Wenn wir die einzelnen Regionen der Deutschschweiz noch etwas genauer betrachten, wird ersichtlich, dass vor allem Bögen aus der Region Bern transkribiert werden. Mit 136 vollständigen Bögen (5440 Sätzen) hat die Region Bern einen grossen Vorsprung gegenüber beispielsweise Zürich oder der Zentralschweiz mit jeweils 18 vollständig transkribierten Bögen. Die Ostschweiz hinkt mit ihren 17 vollständig transkribierten Bögen ein wenig hinterher,  da die Region eine grössere Gesamtanzahl an Bögen (379) aufweist als die Regionen Zürich (237) oder die Zentralschweiz (227).  Wir sind aber zuversichtlich, dass die fleissigen Citizen Scientists auch die Bögen dieser Region bald entdecken werden. (Alle Zahlen Stand März 2020)

Der unten abgebildete Bogen aus Sempach wurde von einem 38 Jahre alten Lehrer ausgefüllt. Bemerkenswert sind die schöne altdeutsche Schrift und die vielen zusätzlichen Bemerkungen, sogar am Rand unten, oben und links, was zeigt, wie engagiert der Verfasser war. Zum Beispiel erläutert er links unten am Rand die Aussprache bstellt = bstöut.

Vielleicht bekommen Sie ja Lust, selbst einmal ein paar Sätze zu transkribieren? Vorkenntnisse braucht es keine, nur etwas Geduld und Freude am Entziffern von Handschriften sind gefragt. Nicht alle Bögen sind so anspruchsvoll wie der (oben) abgebildete. Nur die wenigsten sind in alter Deutscher Schrift verfasst und davon sind die meisten bereits durch eine besonders engagierte Teilnehmerin transkribiert. Wir erhoffen uns, dass weiterhin fleissig transkribiert und natürlich auch übersetzt wird, damit dieser wertvolle Sprachschatz digital festgehalten werden kann.

Hier können sie sofort von zu Hause mittranskribieren und -übersetzen: wenker.citizenscience.ch

Carmen Raggenbass


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